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screwjob.de: Hallo Alex... Vielen Dank, daß Du Dir Zeit genommen hast für ein kleines Interview. Wie gehts es Dir und Deiner neu eröffneten Wrestling Schule? Bist Du zufrieden mit der Frequentierung Deines Angebots?
Alex Wright: Hey, danke der Nachfrage. Mir geht es super. Die Schule zu eröffnen war der richtige Schritt für mich. Ich genieße jedes Training mit meinen Schülern. Es macht wirklich sehr viel Spaß mit ihnen zu trainieren.
Außerdem macht es mir sehr große Freude Ihre Entwicklungsprozesse mitzuverfolgen. Also auf den Punkt gebracht, ich bin überaus zufrieden. Ich hätte nie gedacht, dass es soviele talentierte Leute gibt.
Alle meine Schüler teilen mit mir die brennende Leidenschaft für das Wrestling. Viele kommen von weit her, wie z. B. vom Bodensee, von Bad Tölz, Gera, Bonn, Köln, Eschwege usw., und nehmen jede Woche die An- und Abreise-Strapazen auf sich um an meinem Wrestlingtraining teilzunehmen. Ich bin sehr stolz auf meine Schüler.
screwjob.de: Was genau kann man in Deiner Schule lernen?
Alex Wright: Durch gezieltes kompetentes Wrestlingtraining in einem original Pro Wrestling Ring führe ich meine Schüler, Schritt für Schritt, an den Beruf zum Pro Wrestler, heran. Man lernt alles was man braucht, um Pro Wrestler zu werden. Hier einige Beispiele: Koordination, Körperkontrolle, Basics, Reversals, Würfe, Griffe, High Flying, Powermoves, Gimmick-Entwicklung, individuelle Kampfstil-Entwicklung, arbeiten mit fester und beweglicher Kamera, Promos, Interview-Techniken, Ringpsychologie (sehr wichtig!), Vertragsmanagement und noch vieles mehr.
screwjob.de: Hast Du schon etwaige Talente in Deinem Ring entdeckt, die zu höherem berufen sind?
Alex Wright: Definitiv. Ich denke, einige Schüler werde die Euro-Szene in den nächsten Jahren sehr aufmischen.
screwjob.de: Vielleicht nochmal zur Info für alle Interessierten - wann und wo kann man bei Dir trainieren?
Alex Wright: Das Training findet in der ARSV Sporthalle, Katzwanger Hauptstr. 31 in Nürnberg, Ortsteil Katzwang, statt. Trainiert wird immer Samstags und Sonntags. Termine findet man unter www.prowrestlingschool.de
screwjob.de: Kommen wir zu Deiner Person. Du bist ja seit längerer Zeit wieder in Deutschland. Verfolgst Du trotzdem noch das Geschehen im amerikanischen Wrestling? Speziell WWE & TNA?
Alex Wright: In unregelmäßigen Abständen schaue ich mir die WWE und TNA Shows an. Aber ehrlich gesagt, gefallen mir in letzter Zeit beide Produkte nicht mehr.
screwjob.de: Wie sieht es mit Indy-Wrestling aus? Ring of Honor? Chikara? PWG?
Alex Wright: ROH finde ich persönlich super. Wirklich eine tolle Liga. Die anderen kenne ich zu wenig, um mir ein Urteil erlauben zu können.
screwjob.de: Wie beurteilst Du die aktuelle Lage des Wrestlingbusiness in Amerika?
Alex Wright: Sehr angeschlagen. Die Drogen und Steroidenproblematik ist für ein zunehmendes negatives Images des Pro Wrestling verantwortlich. Ich glaube, es wird sich demnächst ein eindeutiger Abwärtstrend, bei den beiden großen Ligen, abzeichen. Vince McMahon ist der einzige der an dem angeschlagenen Image etwas ändern kann.
screwjob.de: John Cena, Edge, Randy Orton. Mr. Kennedy, Jeff Hardy ... Wer hat das Zeug der neue Star der Industrie zu werden? So wie Hogan, Austin oder The Rock.
Alex Wright: Potenzial haben die von Dir genannten Wrestler alle. Allerdings glaube ich trotzdem nicht, dass einer je wie Hogan, Austin oder der Rock wird. Da reicht das Potenzial dann doch noch nicht um "The Totale Package" zu sein.
screwjob.de: Kommen wir auf Deine Vergangenheit zu sprechen. Als einziger Deutscher hast Du es dauerhaft in eine der großen Wrestlingligen in den USA geschafft - die WCW. Mit Sicherheit wirst Du mit Wehmut an diese Zeit zurückdenken. Was ist davon am meisten haften geblieben? Was ist die schönste Erinnerung Deinerseits an diese Zeit?
Alex Wright: Ehrlich gesagt, denke ich nicht wehmütig an diese Zeit zurück. Es war eine sehr schöne Zeit. Ich habe damals sehr viele gute und schlechte Erfahrungen machen können. Ich erinnere mich sehr gerne an diesen Lebensabschnitt, aber genauso freue ich mich auf meinen zukünftigen Lebensabschnitt mit meiner Wrestlingschule.
Was von dieser Zeit haften geblieben ist, dass Backstage-Politics eine Firma in den Ruin treiben können. Und die schönste Erinnerung die ich an diese Zeit habe, ist das Wrestling an sich.
screwjob.de: Auch hattest Du bei der WCW Kämpfe mit den besten Workern der 90er Jahre, wenn nicht sogar der Welt. Welche Gegner waren für Dich die Highlights Deiner Zeit bei World Championship Wrestling?
Alex Wright: Ric Flair, Arn Anderson, Stone Cold, Triple H, Brian Pillman, Dean Malenko, Eddie und Chavo Guerrero, Chris Benoit, Chris Jericho, DDP, Sting, Johnny B.Badd.
screwjob.de: Gibt es auch Dinge, an welche Du Dich nicht gern zurückerinnerst?
Alex Wright: Natürlich. An jede einzelne Verletzung . Besonders aber als ich einen Tag blind war und mir kein Arzt sagen konnte, ob mein Augenlicht wieder zurück kommt.
screwjob.de: Wo wir gerade bei negativen Erinnerungen sind - was ging in Dir vor, als die WCW von Vince McMahon aufgekauft wurde und Du quasi von heut auf morgen auf der Strasse standst?
Alex Wright: Ich stand nicht von heut auf morgen auf der Straße. Ich war nicht unter Vertrag bei World Championship Wrestling, sondern ich hatte direkt bei Time Warner einen Vertrag. Der Verkauf der WCW an die WWE war damals schon lange abzusehen. Es hatte mich nicht überrascht. Und wenn man ehrlich ist, war zu dieser Zeit das WCW Produkt auch Schei.... Unter den gegebenen Umständen hätte ich sowieso nicht länger für die WCW arbeiten wollen.
screwjob.de: Gab es keine Möglichkeit bei WWE eine Verpflichtung zu bekommen?
Alex Wright: Doch. Aber ich wollte nicht.
screwjob.de: Wie ging es nach dem Ende der WCW für Dich weiter?
Alex Wright: Super. Kein Backstage - Bullshit mehr. 
Spaß bei Seite. 9 Jahre durchgängig bei einer der weltgrößten Wrestlingligen, zeitweise die weltgrößte Wrestlingliga, zu arbeiten macht einen fertig. Wenn man, bis 28 Tage im Monat unterwegs ist und das jahrelang, kommt man irgendwann körperlich und psychisch an seine Grenzen. Vorallen die Backstage-Politics machen einen sehr zu schaffen. Ich war einfach ausgebrannt. Ich wollte eine Pause vom Wrestling. Daran konnten damals auch die Anfragen der WWE nichts ändern.
Nach Deutschland zurück zukommen, war für mich die einzige richtige Entscheidung um wieder Energie aufzutanken. Nachdem ich mich regeneriert habe, habe ich mir meinen Traum, von meiner eigenen Pro Wrestlingschule, erfüllt.
screwjob.de: Vom Status her bist Du seit einigen Jahren auf "INAKTIV" eingestuft. Werden wir irgendwann mal wieder einen Alex Wright im Ring sehen dürfen oder liegt Deine Priorität einzig und allein auf Deiner Wrestlingschule?
Alex Wright: Momentan möchte ich mich voll und ganz auf meine Wrestlingschule konzentrieren. Allerdings kann ich es mir auch sehr gut vorstellen wieder aktiv zu sein. Ich liebe das Wrestling.
screwjob.de: In Deutschland hat sich in den letzten Jahren eine stabile Wrestlingszene entwickelt. wXw oder GSW veranstalten monatliche Shows und auch kleinere Ligen, wie ACW, DWA oder ESW haben ihre Daseinsberechtigung - verfolgst Du das Geschehen oder ist Dein Interesse eher gering?
Alex Wright: Natürlich verfolge ich die von Dir genannten Ligen. Mein Interesse gilt in erster Linie dem deutschen Pro Wrestling. Es ist z. B. sehr lobenswert, dass es die Veranstalter der wXw und der GSW schaffen regelmäßig zu veranstalten. Es steckt hinter jeder Show eine Menge harte Arbeit.
screwjob.de: Längst hat die Wrestlingszene in Deutschland eigene Stars - Absolute Andy, Steve Douglas, Are$ oder Emil Sitoci - kennst Du einige dieser Worker und wenn ja, wem traust Du den Sprung über den großen Teich zu?
Alex Wright: Ich traue jedem der genannten Wrestler den Sprung über den Teich in die US Indy-Szene. Allerdings der Sprung in die WWE oder TNA ist weitaus schwieriger.
screwjob.de: Welche war die letzte Euroshow, die Du besucht hast?
Alex Wright: Die GWP Veranstaltung im Mai 2007.
screwjob.de: Wie stehst Du zu der Problematik der zahlreichen Fly-ins? Immer mehr Stars der US-Indy-Szene und vor allen Dingen von TNA werden zu Euroshows eingeflogen, um Zuschauer zu den Shows zu locken. Bleibt da nicht die Förderung von deutschen, bzw. europäischen Talenten auf der Strecke?
Alex Wright: Meiner Meinung nach braucht man keine Fly-ins. Wir haben hier in Deutschland/Europa genug großartige Talente. Die Förderung von deutschen und europäischen Talenten, kann durch die immerzunehmenden Fly-ins sehr stark gefährdet werden. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man als Veranstalter ab und zu einen Fly-in bringt. Allerdings sollte dies nicht zur Regelmäßigkeit werden, wie es leider zur Zeit in der deutschen Indy Szene passiert.
screwjob.de: Noch eine Frage abschließend zum Thema - wo siehst Du das Wrestling in Deutschland in den nächsten Jahren? Oder sagen wir, wie wird Wrestling in 10 Jahren in Deutschland aussehen?
Alex Wright: Wie das Wrestling in 10 Jahren aussehen wird, kann keiner vorhersagen. Ich hoffe, dass das Wrestling in Deutschland im Allgemeinen populärer wird.
screwjob.de: Im folgenden bekommst Du 10 Namen oder Dinge genannt. Bitte kurz und knapp in einem Satz Deine Meinung!
screwjob.de: Hulk Hogan
Alex Wright: großer Entertainer
screwjob.de: Vince McMahon
Alex Wright: Hat das Pro Wrestling verändert
screwjob.de: Eric Bischoff
Alex Wright: schlauer Geschäftsmann
screwjob.de: ECW
Alex Wright: Die heutige ECW ist kein Vergleich zur der damaligen ECW. Leider.
screwjob.de: TNA
Alex Wright: Hat viel Potenzial. Momentan aber eher nicht.
screwjob.de: Steroide & Painkiller im Wrestling
Alex Wright: Wie in jedem Profisport ein großes Problem.
screwjob.de: Chris Benoit
Alex Wright: unglaublich und schrecklich
screwjob.de: Wrestling oder Entertainment
Alex Wright: Heutzutage geht das Eine ohne das Andere nicht.
screwjob.de: WCW-Debüt
Alex Wright: lange her 
screwjob.de: Zukunftswünsche
Alex Wright: Ich würde mich sehr freuen, wenn ich meinen Schülern dabei helfen kann, erfolgreich in diesem Sport zu sein.
screwjob.de: Noch eine kurze Frage für unsere User. Aktuell steht Marcel "Sternau" Koltermann bei Dir im Training und bereitet sich auf sein In-Ring-Debüt im April 2008 bei ESW "evolution" vor. Wie macht er sich im Training? Hat er gute Chancen im Match gegen Adam Flash und Thumbtack Jack oder müssen wir uns Sorgen machen?
Alex Wright: Marcel ist ein großartiges Talent. Er hat bis jetzt 2 Mal ein super Training hingelegt. Für sein Debüt nächstes Jahr sollte er aber auf jeden Fall regelmäßig trainieren, sonst kann es für ihn in seinem ersten Kampf schlecht aussehen.
screwjob.de: Vielen Dank für das kleine Interview und alles Gute für die Zukunft!
Alex Wright: Ich bedanke mich für das Interview.
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