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„Ich freue mich immer wie ein Schnitzel auf Japaner!“
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Zur Person Name: Axeman - GSW Breakthrough Champion - ESW Deutscher Meister - GSW Tag Team Champion |
Seit zehn Jahren ist er aktiv. Von den Backyardniederungen Dresdens über die GWF Wrestling School in Berlin bis in alle großen deutschen Promotions: Doch vor allem bei westside Xtreme Wrestling hat der Axeman 2011 für Furore gesorgt. Bis in den Main Event um die wXw Unified World Wrestling Championship ging es für ihn. Und auch wenn er Big van Walter (noch) nicht bezwingen konnte, ist er doch der Shootingstar des Jahres 2011. Wir sprachen mit dem frischgebackenen Carat 2012-Teilnehmer über sein vergangenes Jahr in wXw und GSW.
screwjob.de: Wie würdest du selbst dein vergangenes Wrestlingjahr in der wXw beschreiben? Was war die Ausgangslage und wohin hat es geführt?
Axeman: Ich setze mir zwar immer Ziele im Wrestling oder an sich im Sport, ich habe mir aber eigentlich, was dieses Jahr betrifft, nur das Ziel gesetzt, meinen Namen beziehungsweise mich als Wrestler nach vorne zu bringen.
screwjob.de: Woran lag es, dass du bis zu diesem Jahr Schwierigkeiten hattest, die wXw Fans für deine Auftritte zu begeistern?
Axeman: Bei mir war es immer so, dass ich sehr darauf bedacht war, sauberes Wrestling zu präsentieren. Dabei ist allerdings die Interaktion mit den Fans einfach zu kurz gekommen. Und das habe ich dieses Jahr versucht zu ändern. Also nicht nur 100% auf den Gegner konzentrieren, sondern gleichzeitig auch noch auf die Zuschauer und deren Reaktionen zu achten um sie an meinen Kämpfen teilhaben zu lassen.
screwjob.de: Wie hast du dir das genau vorgestellt, ging es dir vor allem darum, deinen Namen mehr in den Köpfen der Fans zu verankern?
Axeman: Ja schon so in der Art. Als Wrestler ist es immer wichtig, dass man einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Also muss man irgendwelche Sachen machen, mit denen man sich hervorhebt. Bei mir ist es so, dass ich der Typ Wrestler bin, der auf die sportliche Linie, das Pure Wrestling Wert legt. Ich habe aber gemerkt, dass das allein nicht zieht. Deswegen wollte ich auch mehr in Sachen Charismaarbeit tun, sozusagen das gewisse Extra noch mitbringen.
screwjob.de: Wie würdest du selbst einschätzen, wie dir das gelungen ist?
Axeman: Die Resonanz ist besser als gedacht. In dem Jahr habe ich es echt schaffen können, mit gutem Einsatz und guter Leistung meinen Namen mehr aufzubauen. Die Bestätigung bekomme ich auch im wXw Office. Die sehen, dass ich mir den Arsch aufreiße, an mir arbeite und das Produkt professionell verkaufe und füttern mich dann sozusagen weiter mit guten Gegnern, gegen die ich mich beweisen kann. Allerdings hat mein Trainer mal gesagt: „Wenn du denkst, du bist was, hörst du auf, etwas zu sein!“ Man sollte also auch selbstkritisch sein und nach oben ist auch bei mir immer noch Luft.
screwjob.de: Du durftest gegen einige, tolle Wrestler antreten, auf welches Match hast du dich im Vorhinein am meisten gefreut?
Axeman: Ich freue mich generell immer wie ein Schnitzel, wenn es heißt, du kämpfst gegen einen Japaner! Als ich beim Carat erfahren habe, dass ich gegen Yoshihito Sasaki kämpfen werde habe ich mich riesig gefreut, weil ich bis dahin nur Kanemaru(Anm.: Yoshinobu Kanemaru) als japanischen Gegner hatte. Und dann natürlich das Titelmatch, denn Walter ist sozusagen auf dem aufsteigenden Ast, wenn nicht sogar auf der Baumkrone der wXw. Er ist eben ein großer Brocken und da geht’s ordentlich zur Sache, daher auch die Vorliebe zu japanischen Wrestlern. Die sind halt nicht zimperlich, das ist der Stil, wie ich ihn mag.
screwjob.de: Welches war deiner Meinung nach 2011 dein bestes Match und warum?
Axeman: Ich bin nicht so der Typ, der jetzt sagt: Das war das beste Match, mit dem bin ich super zufrieden. Allerdings war der Kampf gegen Walter dahingehend etwas besonderes, weil es meine erste große Titelchance war und natürlich das Messen mit diesem Monster. Ich konnte beweisen, dass ich in der Lage bin, Main-Event Matches zu bestreiten und das Vertrauen zu rechtfertigen, was die wXw in mich setzt.
Ansonsten wären noch das Six-Men Tag Match bei der CZW Show, auf das ich mich auch sehr gefreut habe, und das Match gegen Eddie Edwards erwähnenswert. Ich hätte auch nicht gedacht, dass dieses Match solche Reaktionen hervorbringen würde. Im Endeffekt war aber das Match gegen Walter das, worauf ich am meisten aufbauen konnte.
screwjob.de: Welche Bedeutung hatte der Sieg im Four-Way am 2.Carat Tag für deinen Aufstieg in der wXw?
Axeman: Ich bin in den Kampf rein mit der Motivation, wenn du hier mit nem Sieg raus gehst, dann siehts schon mal besser aus für morgen(Anm.: Kampf gegen Yoshihito Sasaki am dritten Carat Tag). Und der Kampf war für mich auch deswegen etwas besonderes, weil ich Rico Bushido pinnen konnte, was quasi eine Art Payback für Ambition war, als er mich aus dem Turnier warf.
screwjob.de: Gab es 2011 ein Match, welches du als Wendepunkt bezeichnen würdest, nachdem es dann stetig bergauf ging?
Axeman: Ich würde sagen, dass war das erste Match gegen Sasaki am dritten Carat Tag. Ich dachte mir, wenn du dieses Jahr was reißen willst, dann hast du jetzt die Chance dafür. Mit Sasaki hatte ich einen sehr, sehr starken Gegner, gegen den ich mich beweisen konnte und dazu diese riesengroße Bühne beim Carat-Turnier. Das war dann auch die Motivation für mich, da richtig reinzuhauen. Das Match war dann sozusagen der Durchbruch in der wXw. Und danach gings stetig bergauf.
screwjob.de: Die meisten Zuschauer hat die starke Konstanz der Leistungen in deinen Matches beeindruckt, weil eigentlich kein Kampf im Sinne eines negativen Ausreißers dabei war. Wie siehst du das aus deiner Perspektive?
Axeman: Ich würde das auf jeden Fall auch so sehen. Vermutlich liegt das daran, dass ich viel Selbstkritik und Eigenstudium betreibe. Ich besorge mir meine Matches und schaue sie mir auch mit anderen Leuten an und achte dann auch auf die Reaktionen. Daraus versuche ich dann zu lernen.
screwjob.de: Worauf legst du in deinem Kämpfen besonderen Wert? Was soll den Zuschauern von dir im Gedächtnis bleiben?
Axeman: Gute Frage. Ich versuche, mich eben auf meine Weise zu präsentieren. Mir ist wichtig, dass ich diesen „Wow!“-Effekt bringe, weil ich voller Energie bin und wirklich für den Sieg kämpfe. Ich komme in den Ring und will den Leuten eine Show bieten, damit sie nachher sagen: „Ok, geiles Match!“ Wenn sich die Leute entertaint fühlen, dann habe ich alles richtig gemacht.
screwjob.de: Hast du sportliche Vorbilder oder andere Wrestler an denen du dich orientierst?
Axeman: Ich versuche auf jeden Fall wenig zu kopieren, soviel wie möglich eigene Aktionen zu zeigen und meinen Bewegungsablauf einzubringen, dafür gibt’s keine richtigen Vorbilder. Mein persönliches Vorbild ist aber Brock Lesnar. Er ist vom Sport, vom Ehrgeiz und von der Art, wie er eine Sache anpackt meine Nummer Eins. Er trainiert sehr hart und verwirklicht seine Träume, indem er viel daran arbeitet.
Wrestlerisch gesehen sind meine Trainer eine sehr große Inspiration für mich, weil die beiden mich immer aufs neue faszinieren. Sie haben mindestens 15 Jahre Erfahrung im professionellen Wrestling. Das Wissen was sie vermitteln, will ich auch umsetzen und im Ring zeigen.
screwjob.de: Und wer waren die Vorbilder bevor du selber anfingst zu wrestlen?
Axeman: Stone Cold Steve Austin. Von allen Pro-Wrestlern ist er eigentlich derjenige, der bei mir seit Jahren ganz oben steht.
screwjob.de: Welchen Wrestler wünscht du dir am meisten als Gegner für 2012?
Axeman: Das ist eine schwierige Frage, es gibt einige. Ich würde liebend gern mal gegen Fit Finlay kämpfen. Ich weiß selbst, dass ich den Sack dermaßen voll kriegen würde, aber das wärs mir echt wert, mit diesem Mann im Ring zu stehen und zu catchen... Ich hätte auch liebend gern die Ehre gehabt, gegen Nigel McGuiness zu kämpfen, aber das ist ja nicht mehr möglich. Ansonsten würde ich jederzeit gern gegen Japaner kämpfen. Cool wäre es natürlich, wenn ich nochmal gegen Sasaki in den Ring dürfte. Ich habe richtig Respekt vor dem Menschen, ich mag ihn sehr, aber im Ring geben wir es uns halt richtig... Das ist aber kein Hass, sondern das sportliche Duell unter zwei Athleten. Momentan stehts 2:0 für ihn. Beim nächsten Mal muss ich es packen!
screwjob.de: Was sind deine weiteren Ziele in der wXw im Jahr 2012 und darüber hinaus?
Axeman: Ziele? 16 Carat, klipp und klar! Ich werde alles tun um das Turnier zu gewinnen. Also nicht sagen: „Mal schauen wie weit wir kommen“, nein! Ziel ist das Ding zu gewinnen!
Außerdem ist die wXw ja wieder in den USA unterwegs und erstmals auch in Japan und mein Ziel ist es, mich so zu präsentieren, dass das Office sagt: „Ok, wen nehmen wir mit? Axeman ist mit dabei!“
screwjob.de: Und was hast du dir, abgesehen von Matches und Turnieren, persönlich vorgenommen für das kommende Jahr?
Axeman: Ja auf jeden Fall will ich mich körperlich weiterentwickeln und weiter an meinen Schwächen arbeiten. Das ist halt leider immer noch diese Sache mit dem Charisma. Und wie gesagt den Körper weiter trainieren, indem ich mehr Zeit fürs Fitnessstudio finde, wobei das eher ein Ding der Eitelkeit ist.
screwjob.de: Kommen wir nun noch einmal kurz zur GSW. Wie würdest du nach dem Ende der Courage Tapings, der langen Pause und dem Geburtstagsevent zum Jahresabschluss, dein Jahr 2011 in der GSW beschreiben?
Axeman: Ja wie beschreibt man dieses GSW-Jahr? Es war total verrückt. Im Januar waren wir mit New Divine auf der ewigen Jagd nach den Tag Team Titeln und wir sind mal wieder gescheitert, wenn auch nicht mit Pauken und Trompeten. Und bei der Zehnjahresshow hab ich den Spot für den Breakthrough-Champion-Title bekommen. Wie dazu kam, weiß ich auch nicht richtig, denke aber, es ist nachvollziehbar nach den Leistungen in den anderen Wrestlingligen. Vielleicht war es auch ein kleines Geburtstagsgeschenk, wer weiß. Jedenfalls konnte ich mir von X-Dream den Titel sichern, der bis vor kurzem noch mein Wohnzimmer geschmückt hat und dann wars das auch schon wieder.
screwjob.de: Wie empfandest du die 10.Geburtstagsshow der GSW und speziell natürlich deinen Titelgewinn gegen X-Dream?
Axeman: Es war sehr, sehr cool. Die Stimmung war gigantisch, weil alle richtig heiß waren auf die Ten Years Anniversary Show. Ich hab mich drauf gefreut, Flo genauso, auch wenn er im Hinterkopf hatte, dass es sein letztes Match werden würde und er war darauf eingestellt, 100% zu geben. Die Show ging los, wir kommen rein, die Stimmung war am Kochen..., also es war schon ziemlich geil. Das Besondere an der Show war aber auch dieses Ten Years GSW Gefühl, weil man Leute wieder getroffen hat, die man jahrelang nicht mehr gesehen hat.
screwjob.de: Was sagst du zur Weiterführung des GSW Betriebs durch die wXw?
Axeman: Ich finds auf jeden Fall cool. GSW ist echt ein sehr schönes Produkt, was den Fans Wrestling näher bringt. Es gibt halt sehr wenig Wrestlingligen, die wirklich kontinuierlich veranstalten und sich dabei auch gut präsentieren können. Das noch laufende Jahr war, abgesehen von der wXw, ein sehr schwaches Wrestlingjahr, man hatte sehr wenige Promotions, die veranstaltet haben.
screwjob.de: Was erwartest/erhoffst du dir vom neuen Jahr in der „neuen, alten“ GSW, nach dem du den Titel nun nach kurzer Zeit bereits wieder abgeben musstest?
Axeman: Ich hab absolut keine Ahnung, ich lass mich da wirklich überraschen. Tas und Jakobi haben ja gesagt, dass sie keine wXw Show in Marburg machen wollen, sondern eine GSW Show. Ich hoffe natürlich für mich, dass sich Chancen eröffnen, dass man Möglichkeiten hat, sich wieder einen Titel zu sichern und an ein altes oder auch neues Gold zu kommen.
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Das Interview wurde geführt von: (K)lobby Bashley Übernahme sowie Veröffentlichung des Interviews in Teilen oder im Gesamten ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Administration von Screwjob.de sowie des Autors gestattet. |