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Seit Kurzem findest Du über den Reiter 'SJ.de-Intern' einige Neuigkeiten in den Bereichen Specials, SJ.de-Focus sowie über die Teammitglieder.
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Zur Person Name: Marc Roudin - wXw World Tag Team Champion - GSW Tag Team Champion |
screwjob.de: Hallo Marc, erstmal Danke, dass du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast. Marc Roudin: Mache ich doch gerne. Dann rück mal raus mit den Fragen. screwjob.de: Wir müssen das Ganze natürlich ganz vorne anfangen. Wie kamst du zum ersten Mal mit Wrestling in Kontakt? Marc Roudin: Puh! Lass mich mal überlegen. Da muss ich noch ein kleiner Hüpfer von 8 Jahren gewesen sein. Schuld war kein geringeres Magazin als das damals noch völlig neue Limit Magazin - welches wahrscheinlich noch andere Dinosaurier wie ich kennen und liebten. Sozusagen die BRAVO für Jungs!! screwjob.de: Wie ging es von da aus weiter zum aktiven Wrestler Marc Roudin? Warst du erst Zuschauer und dachtest irgendwann, dass du das „auch mal probieren wolltest“? Oder wolltest du schon früher Aktiver werden? Marc Roudin: Ja, ich war wirklich zuerst Zuschauer, bevor die verhängnisvolle und kurze Zeit als legendärer und unbeachteter Backyarder seinen Lauf nahm. Danach kam ich dann auch schon in meine "Hi, I am Johnny Knockxville and I'm gonna hit my head against a street sign"-Phase - welche im Übrigen auch nicht viel länger dauerte. Einige Verletzungen durch Strassenschilder später vernahm ich, dass in der Schweiz eine Schweizer Wrestlingveranstaltung von der sogenannten SWF (Swiss Wrestling Federation) statt finden sollte. Da war ich gleich Feuer und Flamme und besuchte diese. Nachdem der Anlass durch war, meldete ich mich bei einem der Wrestler um für Probetraining anzufragen. Eine Woche später stand ich bereits beim Training im Ring um eine mindestens dreistellige Anzahl Stürze im Ring zu nehmen. Zumindest lernt man durch die dadurch entstandenen Schmerzen Muskeln kennen, von denen man zuvor gar nichts wusste. screwjob.de: Als Schweizer hast du mit dem Sport natürlich in der Schweiz angefangen. Wie ist der Stellenwert von Wrestling im Alpenland? Genau wie in Deutschland eine weithin belächelte Sportart, die viele als Zirkusattraktion verstehen? Marc Roudin: Wie kann's auch anders sein. Als Schweizer sollte man ja beinahe im Land der unbegrenzten Schokolade, der jungfräulichen Heidis und des Wrestlingparadieses schlechthin hier im eigenen Land die ersten Schritte in diesem Geschäft machen. Nur sieht man leider die wenigen Wrestler vor lauter Berge nicht. Damit möchte ich sagen, dass der Stellenwert des Wrestlings in Deutschland viel höher liegt als hier in der Schweiz. Dies sieht man vor allem auch an den Zuschauerzahlen bei den Veranstaltungen. Obwohl der entscheidende Faktor der Werbung dabei oft unterschätzt wird, nicht wahr Sig... äh... ich meine ungenannter Veranstalter aus der Schweiz. Ich denke übrigens nicht dass das Wrestling in Deutschland eine "belächelte Sportart" ist. Dies kannst du ja an verschiedenen aktuelleren Berichten darüber sehen. Das Wrestling hat in Deutschland, wie ich denke, mittlerweile eine größere Akzeptanz und einen anständigeren Ruf gefunden. screwjob.de: Dein offizielles erstes Match hattest du bei der inzwischen inaktiven Liga SWF. Hast du vorher schon bei noch kleineren Ligen gewrestlet, die sich selbst in den bekannten Datenbanken nicht finden? Marc Roudin: Haha! Jetzt suchst du nach den dunklen Geheimnissen meiner Wrestlingvergangenheit, nicht wahr? Da muss ich dich leider enttäuschen. Die SWF war meine Entjungferungsliga - in Hinblick auf das aktive Wrestling zumindest! screwjob.de: Bevor du bei der SWF angetreten bist hast du dich (hoffentlich Marc Roudin: Ich fühlte mich schon einige Stunden, wenn nicht sogar Tage zuvor, bereit. Das hat mir mein Körper unmissverständlich mit meinem Lampenfieber-geplagten Stuhlgang zu verstehen gegeben. Daneben bereitete ich mich natürlich eingängig mit Training - allem voran Videos und DVD's gucken ;D - auf dieses monumentale und bereits in Vergessenheit geratene Match vor. screwjob.de: Du hast deine Karriere unter einem Gimmick begonnen, dass ich ehrlich gesagt nie gesehen habe, G-Ses. Was war der Hintergrund dieses Gimmicks und wie kamst du dazu? Marc Roudin: Naja, wie undeutlich zu erkennen ist, lag bei G-Ses die Anspielung auf einer gewissen Hauptfigur aus dem bestverkauften Roman der Welt vor (leider gab es bei dem Roman bloß eine Fortsetzung, und die entsprach mehr einem Neuaufguss). Was mich dazu bewog waren meine langen Haare, mein buschiger Kinnbart und die Ironie zu in Zusammenhang mit meinem damaligen Metalhead-Dasein. Zu meinem Bedauern machte ich nie wirklich etwas aus dem Gimmick, was eigentlich eine Schande ist. Vor allem ein gewisser österreichischer Promoter hatte ziemlich gute - wenn auch überdrehte - Ideen dazu (Aber unter uns, österreichischer Promoter, dass mit der Jungfrau hätten wir niemals durchziehen können!). screwjob.de: Schon sehr bald nach deinen ersten Auftritten in der Schweiz ging es für dich ins Ausland, du hattest bereits im zweiten Jahr deiner Karriere Auftritte in Holland und Deutschland. Wie wichtig sind solche „Auslands“-Auftritte für einen jungen Wrestler deiner Meinung nach? Lieber erstmal viel Erfahrung in der Heimat sammeln oder so früh wie möglich raus in die Welt? Marc Roudin: Diese Auftritte waren sehr wichtig für mich - und sind es wohl auch für jeden anderen jungen Wrestler. Du knüpfst neue Kontakte, kämpfst mit anderen Gegnern und vor unbekanntem Publikum. Nicht immer bloß vor deiner Familie und den drei gleichen Schweizer Fans Für den ersten und die darauf folgenden Kämpfe war ich aber äußerst froh darum, dass ich ihn in der Schweiz machen konnte. screwjob.de: Wie hast du eigentlich deine Kontakte zu Ligen wie GSW und wXw hergestellt? Sind die Verantwortlichen an dich heran getreten? Tassilo Jung von der wXw beispielsweise hat ja schon bei allen Ligen gerefft, die nicht bei 3 auf dem Baum sind, er könnte dich ja bei der SWF kennen gelernt haben. Aber wie kamst du in Kontakt mit der GSW und den vielen weiteren Organisationen, die dich gebookt haben? Marc Roudin: Teils haben mich die Verantwortlichen der Ligen im Ring gesehen und teils dachten sie sich, lasst uns doch noch einen zusätzlichen Schweizer in deren kleine mit Schweizern angefüllte Karre laden, dann lohnt sich die Ausgabe umso mehr. Bestimmt haben mir vor allem auch Leute wie Herr Claudio Castagnoli und Herr Ares entscheidend dabei geholfen, ebenso wie mein Beitritt zur "Swiss Money Holding". screwjob.de: Zu diesem Zeitpunkt hattest du mit deinen späteren Stable-Kollegen Ares und Claudio Castagnoli ja nur im Ring etwas zu tun, und zwar als Gegner. War zu diesem Zeitpunkt schon geplant, dass du mal Mitglied der Swiss Money Holding werden solltest? Marc Roudin: Nein, dass kam für mich ziemlich überraschend. Das würde ich gerne sagen, wenn es sich nicht schon damals abgezeichnet hätte, als das damalige "dritte Mitglied", in Form von Don Heavy, langsam aber sicher seine Wrestlingschuhe an den berühmten Nagel hängen wollte. Von daher war es im Vorfeld schon eingehend besprochen worden. screwjob.de: Im Jahre 2004 wurdest du dann von G-Ses zu Marc Roudin. Warum? Marc Roudin: Der Name hat eben nicht mehr zum neuen Gimmick - juhu, endlich hatte ich ein richtiges Gimmick - gepasst, und die Herren Claudio und Ares meinten, mein erster Namensgedanke "Marc Price" klinge zu pornografisch. Dann musste eben schnell ein neuer, überaus innovativer Name her. Und da ich ziemlich gut Französisch spreche, wofür mich jetzt wohl einige Deutsche hassen werden, kam ich mit dem überaus kreativen Namen "Marc Roudin" screwjob.de: Gleichzeitig wurdest du 2004 Teil der SMH. Wenn ich richtig informiert bin, hat sich Claudio gleichzeitig zum ersten Mal in die USA verabschiedet. Ging es also nur darum, die SMH als Stable weiter zu führen, oder verband dich zu diesem Zeitpunkt mehr mit Ares als die Schweizer Staatsangehörigkeit? Marc Roudin: Die Swiss Money Holding als Stable bestand damals weiterhin aus mir und den Herren Castagnoli und Ares, auch wenn der Herr Castagnoli einen befristeten Ausflug in die Vereinigten Staaten machte. Ich wurde von den beiden schließlich nicht nur in die $MH aufgenommen, sondern war ebenso ihr Protege. Dabei lernte ich dann nicht bloß wie man Krawatten bindet oder sich schick kleidet, sondern grundlegende Elemente von Teammatches und vieles Wichtiges mehr (obwohl das Binden einer Krawatte nicht unterschätzt werden sollte!). Zudem bestritt ich anfangs die meisten Teammachtes mit Double C, wie Claudio zu dieser Zeit noch im Ring genannt wurde, an meiner Seite. Denn wie gesagt, er verabschiedete sich zu 2004 ja bloß für einen kurzen Aufenthalt in die USA, der große Abschied stand erst noch bevor. screwjob.de: Wie sieht dein Verhältnis zu den Schweizer Wrestlern allgemein aus? Neben Ares und Double C gehörten seinerzeit ja auch die Hellvetics, sprich Steve Allison & Jamie Gardner zum wXw Roster. Es ist wohl kein Geheimnis, dass die Schweizer sich auf den langen Fahrten nach Deutschland z.B. ein Auto teilen. Schweißt es zusammen, aus demselben Land zu kommen, oder zieht dort jeder sein eigenes Ding durch? Marc Roudin: Mit vielen Leuten aus dem Wrestling, so auch mit Steve und Jamie, habe ich vor allem dann zu tun, wenn Wrestling ansteht. Klar versteht man sich gut, was auch wie du bereits angesprochen hast, durch "zusammenschweißende" Stunden im Auto zu verdanken ist. Aber offiziell bin ich IMMER nur mit der Swiss Money Holding Crew zu den Veranstaltungen gefahren, dass sich das jeder merkt (Kayfabe!!)! screwjob.de: Im Laufe der Zeit konntest du dir als Teil der SMH einige Tag Team Titel sichern und wurdest mit Sicherheit auch wegen der Zugehörigkeit zur SMH das eine oder andere Mal gebookt. Was glaubst du, wie deine Karriere ausgesehen hätte, wenn du nicht Teil der Gruppierung geworden wärst, sondern dich direkt als Singles Wrestler versucht hättest? Marc Roudin: Ich gehe davon aus, dass meine Karriere nicht so schnell vorangekommen wäre. Die Swiss Money Holding war sozusagen damals meine Eintrittskarte zu neuen Ligen und Länder. Ohne die beiden Herren wäre es sicherlich um einiges schwerer gewesen, Fuß im Wrestling zu fassen. Und deshalb bin ich ihnen für ihre Hilfe nach wie vor unendlich dankbar! screwjob.de: Kommen wir mal zu deiner heutigen Situation. Was würdest du zu jemandem sagen, der behauptet, dass deine Karriere momentan etwas stagniert? Marc Roudin: Er könnte recht haben *g*. Dabei spielen wohl verschiedene Faktoren eine Rolle. Unter anderem das Auswandern meiner Teamkollegen (ihr könnt zwar fliehen aber ich werde euch trotzdem finden!), aber auch das Gimmick des Marc Roudin, welches sich nicht mehr nennenswert weiterentwickelte. screwjob.de: Da du ja nun der einzige Schweizer bist, der regelmäßig nach Deutschland tingelt frage ich mich, ob das in Zeiten hoher Spritpreise nicht ein Problem für dich darstellt. Früher zahlte man als Promoter 1x Spritgeld und bekam dafür vielleicht dich, Ares und Steve Allison. Heute kriegt man dafür dich. Merkst du, dass du seit dem Abgang von Ares weniger gebookt wirst, weil den ausländischen Ligen die Ausgaben schlicht zu hoch sind? Marc Roudin: Von der wXw werde ich weiterhin gebucht und bei Ligen wie GSW hatte ich zuvor schon nicht mehr viele Bookings. In anderen Ländern machten sich die zurückgehenden Angebote ebenso bereits früher bemerkbar, und dies nicht bloß für mich, sondern auch für die übrigen Schweizer. So hatten beispielsweise Ares, ich und Claudio letztes Jahr immer wieder Auftritte in der englischen Liga IPW, in welcher wir über ein halbes Jahr lang die Teamtitel verteidigten. Sobald die Titel verloren waren, sank das Interesse der Liga und wir machten keine Ausflüge mehr nach Großbritannien. screwjob.de: In der wXw bist du ja momentan Face, aber die Reaktionen der Leute auf dich sind bestenfalls als lauwarm zu bezeichnen. Die Herzen in der Lightweight League z.B. fliegen Leuten wie dem zurückkehrenden Tommy End oder Zak Sabre jr. zu. Belastet dich eine solche Situation? Marc Roudin: Belasten ist ein böses Wort dafür. Klar beschäftigt es einen und man macht sich Gedanken dazu. Es liegt, so denke ich, vor allem daran, dass ich gegenwärtig Probleme habe, mich mit der Rolle als Face anzufreunden. Das hätte ich früher, als ich noch den Bösewicht verkörperte, nicht so erwartet. Da dachte ich noch, ein Wechsel würde mir gut tun. Hat es anfänglich sicherlich auch, doch irgendwie passt das gegenwärtige Gimmick aus meiner Sicht nicht wirklich zu einem Face, wodurch sich bei mir im Ring gewisse Identitätsprobleme ergeben. screwjob.de: Wie schwer ist es für dich eigentlich, als der „dritte Mann“ der SMH zu gelten? Jetzt, wo Ares den gleich Weg wie Double C eingeschlagen hat ist das ganze Spotlight auf dir selbst, und einige Fans meinen, dass du dem nicht ganz standhältst momentan. Marc Roudin: Es stellt sich dabei die Frage, was erwarten die Leute von mir? Wenn sie einen zweiten Ares oder eine Kopie von Claudio sehen wollen, muss ich sie enttäuschen. Ich präsentiere ihnen Marc Roudin und versuche keinen der anderen beiden zu imitieren. Zudem muss ich wohl nicht erwähnen, dass die zwei riesige Ausnahmetalente in einem kleinen Teich mit vielen Fischen sind. Wie sie habe ich wirklich den Wunsch gehegt, vollprofessioneller Wrestler zu werden. Es ist zwar beinahe etwas mehr als ein Hobby für mich, aber es ist nicht was ich mir unter meiner Lebensaufgabe oder als meinen Beruf vorstellen möchte. screwjob.de: Gimmickmäßig trittst du ja immer noch als Teil der SMH auf, zumindest in der wXw. Die Fans fordern ja immer mehr einen Gimmick-Wechsel für dich und einen Heelturn dazu. Wie viel gibst du auf solche Forderungen? Marc Roudin: Stimmt so nicht. Ich trete in der wXw nicht mehr im $MH-Gimmick auf. Nur weil ich ähnliche Klamotten wie zuvor trage, ist dies nicht mehr dasselbe Gimmick. Aber es trifft zu, dass die Ähnlichkeiten zu vorher zu drastisch sind und mir ebenfalls ein Charakterwechsel vorschwebt. Jedoch bestimmt letztendlich in erster Linie immer noch der Wrestler selbst, wann und ob er einen Gimmickwechsel durchmacht. Denn wir sprechen hier ja nicht von der WWE in welcher ein Kreativteam alles vorschreibt. Aber ich kann die Forderung der Fans nachempfinden. screwjob.de: Apropos Fans, ich rede hier natürlich immer von den Smart-Marks, d.h. den Internet-Fans. Liest du als Aktiver eigentlich die bekannten Boards, auf denen über Shows diskutiert wird, bei denen du dabei warst? Marc Roudin: Teils ja. Und ich kenne jeden einzelnen von euch da draußen mit richtigem Namen. Also nehmt euch in Acht! > Ich gehe mal davon aus, dass viele der Aktiven Blicke in die Wrestlingforen und Newsletter werfen, schließlich interessiert es einen was die Leute für Gedanken haben über die verschiedenen Wrestler und Ligen. screwjob.de: Du hast ja mitbekommen, wie sich nacheinander Double C und Ares nach Amerika verabschiedet haben, um dort Wrestling zu ihrem Beruf zu machen. Glaubst du, dass du auch das Zeug dazu hast, mal vom Wrestling leben zu können? Marc Roudin: Um ehrlich zu sein und wie bereits zuvor erwähnt, hatte ich diesen Traum nie so wirklich wie die anderen beiden Herren. Von daher muss ich sagen: Nein, ich habe das Zeug dazu nicht! Denn letztendlich liebe ich meinen erlernten Beruf zu sehr. screwjob.de: In diesem Zusammenhang würde ich gerne wissen, wer deiner Meinung nach sonst noch das Zeug dazu hat, sich dauerhaft auf einem anderen Kontinent durchzusetzen. Big van Walter z.B. hat ja schon einige Touren mit Zero1 gehabt, Emil Sitoci war zumindest kurz in den USA. Fällt dir da aus Festland-Europa sonst noch jemand ein? Marc Roudin: Es wäre jetzt unfair von mir, hier Namen aufzuzählen und andere wieder nicht zu erwähnen. Ich bin der Meinung, dass sich beinahe ausnahmslos jeder - wenn er nur genügend Willen, Ehrgeiz und Disziplin dazu hat (und vielleicht noch das gewisse an "Vitamin B") - auf einem anderen Kontinent durchsetzen kann. screwjob.de: Vor wenigen Tagen hatte ich das erste mal die Gelegenheit, das Westside Dojo zu besuchen und habe dich in einem Match gegen Tommy End gesehen, das alle Regeln des Kayfabe gebrochen hat. Das Dojo ist ja bekanntlich ein wenig mehr auf Comedy ausgelegt als eine normale Wrestling Show. Wie siehst du als Wrestler diese Ausrichtung? Hast du Spaß dabei, mal etwas anderes zu machen als einfach nur Marc Roudin, der Smart Strategic Swiss Shareholder zu sein? Marc Roudin: Ich muss gestehen, dass ich das erste Mal im Dojo war und zuvor ziemlich viele Vorbehalte dagegen hatte. Im Nachhinein möchte ich jedoch sagen - auch wenn ich nicht mit meinem Match zufrieden war und mich frage was mich da geritten hat - finde ich das Dojo eine gute Sache. Die Wrestler können dort eine andere Seite von sich ausleben, welche an großen Veranstaltungen vielleicht fragwürdig und kopfschüttelnd betrachtet würde. Dazu möchte ich erwähnen, dass mir der Stil von Wrestling-Comedy Ligen wie Hustle, DDT oder Osaka Pro Wrestling zusagt und genau in diese Richtung bewegen sich auch die Dojo Shows. screwjob.de: 2007 und 2008 warst du Teil der wXw Tag Team Champions, aber diesmal zusammen mit Chris Hero. Du hast ja (wie sehr viele andere Euro-Wrestler) mehr oder weniger viel bei und mit ihm trainiert. Ist es etwas Besonderes für dich gewesen, die Titel zusammen mit ihm, einem wohl unbestreitbar sehr guten Wrestler zu halten, der dich zudem mal trainiert hat? Marc Roudin: Ja, ich war sehr froh darüber, ihn an meiner Seite zu haben als Tag Team Partner und Champion. Denn ebenso wie bei Ares und Claudio weiß ich, was ich im Ring von ihm erwarten kann und das ich mich auf ihn verlassen kann. Und ebenso wie Claudio und Ares hat er mich als Wrestler geprägt. Was kann einem also besseres passieren, als so einen Wrestler als Partner zu haben. screwjob.de: Wie siehst du momentan die Situation rund um den Nachwuchs? In Deutschland gibt es ja mittlerweile einige Wrestling-Schulen (wXw Dojo, Kretschmers Schule bei Hamburg, Die Schule von Alex Wright um einige zu nennen). Werden deiner Meinung nach genug gute Leute nachkommen, um Verluste wie die von Claudio und Ares zu kompensieren? Marc Roudin: Ich möchte sagen, dass man solche Verluste nie wirklich kompensieren kann, denn ich empfinde beide als einzigartige Wrestler. Bestimmt kommen Leute nach, die es verstehen, die Zuschauer auf eine ähnliche Art und Weise in ihren Bann zu ziehen, aber eben durch das, was sie dann auch sind: einzigartige Wrestler auf ihre eigene Art und Weise. screwjob.de: Wer ist deiner Meinung nach der derzeit vielversprechendste Rookie, den du kennst? Marc Roudin: Da gibt es gegenwärtig einige, vor allem bei dem was ich schon in der wXw zu sehen bekomme. Wie bereits bei einer vorherigen Frage möchte ich hier aber keine expliziten Namen nennen (bin eben ein typischer Schweizer screwjob.de: Du bist ja nun in mehreren Europäischen Ländern und für bestimmt ein Dutzend verschiedene Ligen aufgetreten. Wo hast du dich am wohlsten gefühlt bisher? Magst du eher smarkige Zuschauer wie bei der wXw, oder sollten die Fans Marks sein, die noch an die Echtheit des Gebotenen glauben? Marc Roudin: Ich mag beide Arten von Zuschauern und muss gestehen, dass - wie so viele Wrestler vor mir - die Stimmung in der wXw etwas Einzigartiges an sich hat. Und abgesehen von der deutschsprachigen Schweiz sind beinahe überall die Zuschauer stimmungsvoll (obwohl sich das in der Schweiz auch zum Besseren gewandelt hat). Woran ich mich vor allem aber gerne erinnere ist das Publikum in Italien, für welches das Wrestling vor wenigen Jahren wirklich noch etwas Neues war und die vor allem schon auf die Gimmicks der Wrestler abgingen wie weiß nicht was. Da gab’s für mich und Ares schöne "NWO-gleiche" Momente im Ring, in denen man sich eher wie ein Müllmann (oder Müllsammler) vorkam! screwjob.de: Kommen wir mal zum allseits beliebten „Was wäre wenn“ Teil, der auch bei uns nicht fehlen darf. Wenn du dir ein Traummatch aussuchen könntest, dass du mal wrestlern könntest, welches wäre das? Marc Roudin: Hmmm? das ist eine Knacknuss. Nach längerem Überlegen muss ich sagen, gegenwärtig gegen Stalker Ishikawa. Ich lass das mal so im Raum stehen screwjob.de: Nenne uns bitte mal ein paar gute Gründe, warum man sich als Fan von Wrestling im allgemeinen eine Euro Show ansehen sollte. Sozusagen deine Chance, Werbung für etwas zu machen, was dir am Herzen liegen sollte. Marc Roudin: Das europäische Wrestling hat in den letzten Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Nicht nur bei dem was im Ring geboten wird, sondern auch wie die Veranstaltungen aufgezogen und vermarktet werden. Eingeflogene Wrestler aus den verschiedensten Ländern, ob sehr bekannt oder auch nicht, bereichern jeden Anlass und sorgen für immer neue Abwechslung. Vor allem Wrestlingfans welche bisher bloss TNA oder WWE sahen, sollten sich unbedingt einmal live eine Euroveranstaltung ansehen, da vor allem dadurch die Stimmung dazu miterlebt werden kann. Und im Gegensatz zur WWE könnt ihr euch eine europäische Veranstaltung nicht bloss zwei- dreimal im Jahr reinziehen, sondern findet mittlerweile jeden Monat in Deutschland irgendwo eine solche statt. screwjob.de: Welches Match von Marc Roudin sollte man auf jeden Fall gesehen haben? Marc Roudin: Mein Match gegen Stalker Ishikawa. Ach ne, Mist! Das kommt ja hoffentlich erst noch! Nennenswert sind bestimmt das Six Men Tag Team Match in der wXw von der Swiss Money Holding gegen die Hellvetics & Jodie Fleisch, das Tag Team Match von mir und Ares gegen Go Shiozaki & Atsushi Aoki oder auch mein Match gegen AJ Styles. screwjob.de: Als letztes kommt die Frage, was du dir für die Zukunft vorstellst. Wo möchtest du mal hin mit deiner Karriere? Was sind deine großen Ziele, die du erreichen möchtest? Marc Roudin: Viele Ziele habe ich bereits erreicht. So hatte ich bisher zwei Matches gegen japanische Vollprofis und war - außer in den USA - bereits in allen Ländern die ich mir wünschen konnte. Natürlich mit zusätzlicher Ausnahme von Japan, wo ich wohl wie viele andere Wrestler wirklich gerne einmal antreten würde. In nächster Zukunft möchte ich aber erst einmal in den USA antreten. Und das ist, wie ich glaube, doch machbar. Was ich mir für die Zukunft noch vorstellen könnte, wäre wieder ein Tag Team zu gründen. Denn aus meiner Sicht bietet ein Tag Team viele zusätzliche Möglichkeiten, sowohl darin einen Ringcharakter als auch Moves rüberzubringen. screwjob.de: Vielen Dank für dieses Interview. Wenn du noch etwas loswerden möchtest ist hier die Gelegenheit. Marc Roudin: Zuerst mal möchte ich dir und all den Lesern dieses Interviews danken (vor allem, wenn ihr es bis hierher geschafft habt!). Ich hoffe, dass ihr auch weiterhin die Euroszene unterstützt und, falls ihr noch nie live dabei wart, zumindest einmal eine europäische Veranstaltung besucht, sodass ihr euch eine Meinung dazu bilden könnt. |
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